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Auf dem Wege zur Wasserstoffregion

Kiel,

Welche Rolle wird Wasserstoff zukünftig in der KielRegion spielen? Wie kann Wasserstoff zur klimafreundlichen Energieversorgung beitragen? Und inwieweit ist es möglich, dass sich die Region selbst mit Wasserstoff versorgt? Diesen Fragen stellte sich der einjährige HyStarter-Prozess der KielRegion.

„Wasserstoff als Energieträger der Zukunft ist ein zentrales Zukunftsthema nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Entwicklung von zukunftsfähigen Standorten und lebenswerten Regionen. Als KielRegion verfügen wir über starke Kooperationsstrukturen, die gemeinsam daran arbeiten, die Region zukunftsträchtig aufzustellen“, so Jana Haverbier, Interimsgeschäftsführerin der KielRegion GmbH. Dazu gehöre auch, sich für Zukunftsenergien stark zu machen. Die Modellberechnungen im Rahmen des Projekts zeigten unter anderem, dass eine autarke Versorgung der KielRegion mit Wasserstoff bis 2030 keine Utopie sei. Ziel sei es, Wasserstoff aus der Region auch in der Region zu nutzen.

2019 hat die KielRegion sich erfolgreich bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie als HyStarter-Region beworben und wurde als eine von bundesweit neun HyStarter-Regionen ausgewählt. Die Erstellung des Konzepts haben namenhaften Unternehmen und Institutionen aus dem Energiebereich verantwortet: Spilett, Choice, Becker-Büttner-Held Consulting, EE Engineers und Reiner-Lemoine-Institut.

„Um für HyStarter Projektideen zu konkretisieren, haben wir die Situation in unserer Region analysiert, viele Interviews geführt und Workshops abgehalten. Mit dem Abschluss des HyStarter-Prozesses liegt nun eine regionale Wasserstoffstrategie vor“, berichtet Henning Bergmann, Projektmanager bei der KielRegion GmbH. Diese regionale Strategie zeige Wege und Möglichkeiten zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in der KielRegion auf. „Wir stellen uns heute nicht weniger Fragen rund um das Thema Wasserstoff als vor zwei Jahren, aber die Fragen, die wir uns stellen, sind einfach besser geworden“, resümiert Henning Bergmann: „Unser Ziel ist es nun, durch die regionale Kooperation mit vielen Partnern Potenziale zu erschließen, die einer alleine nur schwer stemmen könnte und das wirtschaftliche Risiko auf möglichst viele Schultern zu verteilen.“ Konkret bedeutet dass, in den nächsten Jahren erste Pilotprojekte umzusetzen und die Region so als Wasserstoffregion zu positionieren. Noch sei die Herstellung von grünem Wasserstoff jedoch nicht wirtschaftlich möglich und der Ruf nach schnellen Projektstarts entsprechend unrealistisch.

 

Weitere Infos finden Sie in unserem Downloadbereich oder auf: https://www.kielregion.de/hystarter-wasserstoffregion/

Wesentliche Erkenntnisse des HyStarter-Prozesses sind:

  • Wasserstoff ist kein Selbstzweck. Im Sinne der entwickelten Wasserstoff-Vision dient sein Einsatz zwei Zielen: Klima- und Umweltschutz und regionale Wertschöpfung. Dies bedeutet, dass perspektivisch nur grüner Wasserstoff zielführend ist. Zudem müssen sich die eingesetzten Wasserstofftechnologien mit alternativen CO2-neutralen Technologien messen – zum Beispiel der batterieelektrischen Mobilität oder erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung. Chancen für regionale Wertschöpfung liegen insbesondere in der Wasserstofferzeugung mit erneuerbaren Energien.
  • Der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft ist ein langfristiger Prozess: Eher gleicht er einem Marathon denn einem Sprint. Dementsprechend hat die KielRegion eine Wasserstoff-Roadmap mit dem Horizont 2030 entwickelt. Vor allem in der kurzen Frist bis 2024 ist es Priorität, ein durchdachtes Fundament zu schaffen, um strategisch wichtige Pilotprojekte zu ermöglichen. Der Ruf nach kurzfristigen Projektinbetriebnahmen ist unrealistisch.
  • Mit dem Horizon 2030 kann sich die KielRegion auch bei hoher Nachfrage autark mit Wasserstoff versorgen. Dies zeigen die ermittelten theoretischen Potenziale auf. Die hohe Motivation der Akteur/-innen bestätigt dieses Bild.
  • Die städtischen und ländlichen Strukturen in der KielRegion ergänzen sich gegenseitig. Das zeigen sowohl die ermittelten Projektansätze als auch die theoretischen Berechnungen. In der Zukunft sollte das gewählte gemeinsame Vorgehen der Landeshauptstadt Kiel und der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön fortgeführt werden.

„Mit dem HyStarter-Projekt haben wir den Grundstein gelegt, um mit Wasserstofftechnologien Klima- und Umweltschutz und regionale Wertschöpfung im Gleichklang zu realisieren. Im nächsten Schritt streben wir eine Förderung als HyExpert-Region an“, erläutert Henning Bergmann. Im Rahmen von HyExpert sei eine Förderung von 400.000 Euro möglich, um konkrete Projektideen auszuarbeiten.

Das begleitende Projektteam besteht aus Vertreter/-innen der KielRegion, der Landeshauptstadt Kiel, der Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde, der Stadtwerke Kiel und Plön, der Versorgungsbetriebe Bordesholm sowie der Abfallwirtschaftsbetriebe Rendsburg, der Industrie- und Handelskammer Kiel, dem Seehafen Kiel, der HanseWerk AG und der NAH.SH. Die Kosten wurden zu 100 Prozent im Rahmen der HyLand-Initiative durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragen.