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Wasserstoff-Modellregion erarbeitet Handlungskonzept

Marburg-Biedenkopf, 16.12.2020

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist als einziger hessischer Landkreis als HyStarter im Rahmen des Bundesförderprogramms „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ ausgewählt worden. Nachdem Anfang Oktober die Auftaktveranstaltung stattfand, bei der erste Ideen und Potentiale zur Nutzung der Wasserstofftechnologie für den heimischen Landkreis ausgetauscht wurden, fand nun der zweite Strategiedialog statt, bei dem ein Kernteam aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über einen möglichen Handlungsansatz für eine Wasserstoffwirtschaft in der Region Marburg-Biedenkopf beriet.
Die gemeinsame Bewerbung für das HyStarter-Projekt geht auf eine Initiative der Stadtwerke Marburg zurück. Die regionale Projektbearbeitung steht unter Federführung des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Universitätsstadt Marburg und der Stadtwerke Marburg. „Wir wollen untersuchen, wie sich Wasserstoff nicht nur regional nutzen, sondern auch erzeugen und verteilen lässt. Das geht nur in Kooperation mit den vielen und vielfältigen Projektpartnern“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Bernhard Müller. „Gemeinsam schaffen wir dazu ideale Möglichkeiten. Zudem leisten wir mit einer regional verankerten Technologie- und Wertschöpfung zugleich einen gemeinsamen Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raumes“, sagt Landrätin Kirsten Fründt.

Das Bundesverkehrsministerium fördert den Landkreis als eine von deutschlandweit insgesamt nur neun HyStarter-Regionen. Die Förderung besteht dabei aus einer Unterstützung durch ein ganzes Konsortium von spezialisierten Beratern, die dem Landkreis bei der Projektkoordination sowie in technischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Fragestellungen zur Seite stehen.

Das Potenzial im Sinne des Klimaschutzes und der regionalen Wertschöpfung ist groß. So betont Stefan Franke vom Fachdienst Klimaschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und die Speicherbarkeit von Wasserstoff als große Pluspunkte der Technologie und zeigt sich begeistert von der Vielfältigkeit des Projektteams. So könne HyStarter dazu dienen, sich darüber bewusst zu werden, wo und mit welchen Methoden Wasserstoff regional hergestellt, wo er sinnvoll eingesetzt werden kann und welche regionalen Akteure daran mitarbeiten können. „Unser Ziel ist natürlich die intelligente Nutzung von grünem Wasserstoff aus der Region“, fasst er zusammen.

Das online zusammengeschaltete Kernteam mit einem breiten Know-How- und Branchenspektrum sprüht dabei vor Ideen, die von einer Nutzung im Energiesystem über den Mobilitätssektor bis hin zu Bildungsangeboten reichen, um die Technologie in die Öffentlichkeit zu tragen und den Landkreis zu einer echten Wasserstoffregion werden zu lassen. Hier bringen sich auch die regionalen Hochschulen als aktive Akteure in den Bereichen Lehre und Forschung vielfältig ein. Einer raschen Umsetzung stehen jedoch vor allem ökonomische Hürden im Wege. HyStarter will zunächst die Akteure in verschiedenen Formaten zusammenbringen, die Wasserstoff in die Region bringen könnten und ein Konzept erarbeiten. Dr. Stefan Blümling vom Referat für Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung der Universitätsstadt Marburg zieht das Fazit: „Ein Anfang ist gemacht und es liegt nun noch viel Arbeit vor uns. Doch die bisherige gemeinsame Kooperation und die Vielfalt der beteiligten Kompetenzen stimmen uns sehr optimistisch, am Ende des Projekts in knapp einem Jahr ein Zukunftsbild von Marburg-Biedenkopf als Wasserstoffregion vorstellen zu können.“

 

Hintergrund:

HyStarter ist ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur als Teil der nationalen Wasserstoffstrategie, umgesetzt durch die NOW GmbH (Nationale Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie). Es fügt sich ein in die sogenannte HyLand-Förderkulisse, bestehend aus HyStarter (Aufbau Akteursnetzwerk und Ideenentwicklung), HyExperts (Ideenkonkretisierung) und HyPerformer (Ideenumsetzung). 138 Regionen hatten sich als HyStarter beworben. Als eine von deutschlandweit neun HyStarter-Regionen war Marburg-Biedenkopf unter dem Schwerpunkt „Bildung und Wissenstransfer“ ausgewählt worden. Das Projekt spannt sich über ein Jahr, beginnend ab Oktober 2020, in dessen Verlauf Akteure zur künftig möglichen Nutzung der Wasserstofftechnologie zusammengebracht werden sollen.